Starke Kommunen brauchen weniger Bürokratie und mehr Entscheidungsfreiheit

Holger Bormann, Kerstin Glier, Tobias Thurau und Steffen Maschke (MIT)Holger Bormann, Kerstin Glier, Tobias Thurau und Steffen Maschke (MIT)

MIT und CDU diskutieren mit Wirtschaft und Kommunalpolitik über Bürokratieabbau, Digitalisierung und mehr kommunale Eigenverantwortung

Weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und mehr Gestaltungsspielraum für Städte und Gemeinden: Darüber diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Wolfenbüttel und des CDU-Kreisverbandes Wolfenbüttel in der Bowling Base Wolfenbüttel.

Im Mittelpunkt standen konkrete Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen, die Digitalisierung voranzutreiben und den Kommunen mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von MIT-Vorsitzendem Steffen Maschke und CDU-Kreisvorsitzendem Holger Bormann.

Gastgeber Heiko Küppers schilderte anhand eigener Erfahrungen, welche Belastungen für Unternehmen durch bürokratische Vorgaben und langwierige Verfahren entstehen. Auch Dirk Tesch, Geschäftsführer des Möbelhofs Adersheim, machte deutlich, wie viel Zeit im unternehmerischen Alltag inzwischen durch bürokratische Anforderungen gebunden werde.

Kerstin Glier: Erfahrungen der Wirtschaft stärker nutzen

Die CDU-Bürgermeisterkandidatin für Wolfenbüttel, Kerstin Glier, verwies zunächst auf die Bedeutung des Erhalts des Krankenhauses für Wolfenbüttel und die gesamte Region. Mit Blick auf die Stadtverwaltung stellte sie anschließend die Frage in den Mittelpunkt, wie Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam bürokratische Hürden abbauen und Entscheidungen beschleunigen können.

„Wir brauchen die Impulse aus der Wirtschaft, wenn wir Bürokratie im Rathaus tatsächlich abbauen wollen. Die Unternehmen erleben jeden Tag, wo Prozesse unnötig kompliziert sind und wo Entscheidungen schneller getroffen werden könnten“, betonte Glier.

Tobias Thurau: Mehr Verantwortung vor Ort ermöglichen

CDU-Landratskandidat Tobias Thurau stellte insbesondere die Eigenverantwortung der Kommunen in den Mittelpunkt.

„Starke Kommunen brauchen weniger Bürokratie und mehr Entscheidungsfreiheit. Wir müssen den Menschen vor Ort wieder mehr zutrauen und ihnen die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich Lösungen für ihre Kommune zu entwickeln“, erklärte Thurau.

Eine moderne und praxistaugliche Digitalisierung sei dabei ein wichtiger Schlüssel. Digitale Prozesse müssten im Alltag tatsächlich Arbeit abnehmen und sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für die Beschäftigten der Verwaltung einen konkreten Mehrwert bieten.

Thurau machte zugleich deutlich, dass die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen stärker genutzt werden sollten. Aus seiner rund zwanzigjährigen Tätigkeit innerhalb einer Kreisverwaltung wisse er, wie wichtig deren Wissen über die täglichen Abläufe sei. Im Falle seiner Wahl zum Landrat wolle er deshalb gerade zu Beginn seiner Amtszeit intensiv das Gespräch mit den Beschäftigten der Kreisverwaltung suchen.

Konkrete Vorschläge ausdrücklich erwünscht

Auch Holger Bormann und Steffen Maschke warben dafür, beim Bürokratieabbau nicht nur Forderungen an Verwaltungen zu stellen, sondern die Beschäftigten aktiv einzubeziehen.

„Wir wollen nicht nur über Bürokratieabbau sprechen, sondern konkrete Vorschläge aufgreifen und umsetzen. Dazu brauchen wir die Erfahrungen der Wirtschaft genauso wie das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Verwaltungen“, sagte Bormann.

MIT-Vorsitzender Maschke ergänzte: „Bürokratieabbau funktioniert nur gemeinsam. Gerade bei der Digitalisierung gibt es noch erhebliche Möglichkeiten, Abläufe einfacher und schneller zu gestalten.“

Die Diskussion machte deutlich: Kommunen brauchen mehr Handlungsspielräume, digitale Verfahren müssen konsequent der Vereinfachung dienen und Veränderungen sollten gemeinsam mit denjenigen entwickelt werden, die täglich mit den bestehenden Prozessen arbeiten.

Ausblick: Die nächste gemeinsame Veranstaltung von MIT und CDU findet am 11. September 2026 im Möbelhof Adersheim statt. Ab 16 Uhr ist ein Familienfest geplant. Ab 18 Uhr wird der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst MdL erwartet.